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Die 10 schönsten Strände Islands

Island hat keine Strände im mediterranen Sinn. Was Island hat, ist einzigartig: schwarze Lavastrand-Kilometer, Eisberg-Abschnitte an der Gletscherlagune Jökulsárlón, goldgelbe Sanddünen im Norden und eine Küstenwildheit, die in Europa keine Parallele hat. Wassertemperaturen liegen ganzjährig zwischen 5 und 12 Grad. Schwimmen ist in geothermischen Hotpots möglich; im Meer ist Wärmeschutz notwendig. Die beste Reisezeit für Strandbesuche ist Juni bis August.

1. Reynisfjara, Südküste

Reynisfjara ist Islands bekanntester Strand: schwarzer Basaltsand, hexagonale Basaltsäulen, die aus dem Kliff ragen, und vor der Küste die Felsnadeln Reynisdrangar. Obligatorisches Warnschild: die Sneaker Waves sind real und haben Menschen getötet. Niemals dem Wasser den Rücken zukehren. Der Strand selbst ist spektakulär schön, mit Papageitauchern in den Klippen von Mai bis August.

2. Diamond Beach (Breiðamerkursandur)

Diamond Beach liegt neben der Gletscherlagune Jökulsárlón: Eisberge vom Vatnajökull-Gletscher treiben in die Lagune und werden schließlich an den schwarzen Strand gespült, wo sie wie Diamanten im Sonnenlicht funkeln. Größe und Anzahl der Eisbrocken variieren; im Sommer ist die Lagune am vollsten. Robben schwimmen durch die Lagune.

3. Djúpalónssandur, Snæfellsnes

Djúpalónssandur liegt an der Südwestküste der Snæfellsnes-Halbinsel unter dem Vulkankegel des Snæfellsjökull (der Gletscher aus Jules Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde). Schwarzer Perlkies-Strand, Stärketestfelsen (traditionelles isländisches Fischer-Aufnahmeverfahren), Wrackteile eines britischen Trawlers. Einer der atmosphärischsten Strände des Landes.

4. Rauðasandur, Westfjords

Rauðasandur ist einer der wenigen rötlich-goldenen Sandstrände Islands, im abgelegenen Westfjord-Gebiet. Robben tummeln sich am Ufer; der Strand ist fast immer menschenleer. Erreichbar über eine Schotterstraße nach stundenlanger Fahrt durch die Westfjorde. Das Gesamterlebnis der Westfjorde ist das Ziel, Rauðasandur der Höhepunkt.

5. Skarðsvik Beach, Snæfellsnes

Skarðsvik ist einer der wenigen hellen Sandstrände Islands — ein seltener Kontrast zum sonst dominierenden Schwarz. Ruhige Bucht, kristallklares Wasser (6 bis 10 Grad), kaum Touristen. Finanziert von einem Wanderweg, der entlang der Lavaklippen der Snæfellsnes-Halbinsel führt.

6. Hvitserkur, Nordwest-Island

Kein Schwimm-Strand, aber einer der dramatischsten Küstenpunkte Islands: ein 15 Meter hoher Basaltfels in der Form eines trinkenden Elefanten oder Rhinozeros, der aus dem Wasser ragt. Bei Ebbe kann man zu Fuß heran. Seevögel nisten auf dem Fels.

7. Kálfshamarsvik, Nordwest-Island

Kálfshamarsvik ist eine Basalt-Bucht mit schwarzem Strandkies im Nordwesten, bekannt für ihre Kolonie von Arktischen Seeschwalben und dem außergewöhnlich klaren Nordatlantikwasser. Keine Touristen, keine Infrastruktur — echte isländische Einsamkeit.

8. Stokksnes, Südostküste

Stokksnes liegt auf einer Halbinsel nahe Höfn: schwarzer Sandstrand, Dünen, und die dramatische Kulisse des Vestrahorn-Bergmassivs (bis 454 Meter hoch). Ein Privatunternehmen betreibt einen Eintrittspunkt, der für Fotografen und Wanderer zugänglich ist. Einer der meistfotografierten Bergkulissen Islands.

9. Þórbergur (Þorli), Westküste

Þorli ist einer der wenigen namentlich in der Datenbank eingetragenen isländischen Strände: ein kleiner Kiesstrand an der Westküste. Stellvertretend für die Dutzenden kleiner unbekannter Buchten, die Islands Küstenlinie säumen.

10. Njarðvík Black Sand Beach, Reykjanes

In der Nähe des Flughafens Keflavík liegt eine Reihe von schwarzen Sandstränden auf der vulkanisch aktiven Reykjanes-Halbinsel. Bridge between Continents: hier verläuft der mittelatlantische Rücken an Land, mit Rissen zwischen der nordamerikanischen und eurasischen Platte. Der Strand selbst ist windig und rau.

Sicherheitshinweise an isländischen Stränden

Isländische Schwarzsandstrände — besonders Reynisfjara — sind wegen "Sneaker Waves" (unerwartet großen Wellen ohne Vorwarnung) jährlich für mehrere Todesfälle verantwortlich. Diese Wellen entstehen ohne vorangehende visuelle Vorwarnung und können Menschen, die zu nah am Wasser stehen oder auf den Felsen sitzen, ins Meer reißen. Regelstrenge Schilder am Strand weisen auf den Abstand hin; Sicherheitsabstand von mindestens 30 Metern vom Wasser ist empfohlen. Fotografieren direkt an der Wasserlinie ist das gefährlichste Verhalten.

Diamond Beach (Jökulsárlón) hat ein zweites Risiko: der Boden um die Eisberge ist rutschig und unstabil. Menschen, die auf Eisbergen stehen, riskieren abzugleiten; das Wasser nahe der Gletscherlagune ist eiskaltem.

Geologie Islands als Strandkontext

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und wird durch Plattentektonik auseinandergezogen. Neue Teile der Insel entstehen durch Vulkanausbrüche; die jüngste Erweiterung durch den Vulkanausbruch bei Grindavík 2023-2024 schuf neues Land am südwestlichen Küstenabschnitt. Die schwarzen Strände Islands bestehen fast ausschließlich aus Basalt-Lava-Material; kein Quarzsand. Die Textur ist gröber und dunkler als klassische Sandstrände. Betreten ist möglich; Sandburgen bauen ergibt bei Basaltkörnern wenig Sinn.

Reisehinweise

Island im Sommer (Juni bis August) hat nahezu 24 Stunden Tageslicht. Wintersturm an der Küste kann gefährlich sein. Wetterfeste Kleidung ist ganzjährig notwendig. Geothermische Freibäder (Blaue Lagune, Sky Lagoon) bieten warmes Badeerlebnis unabhängig vom Strand. Mietauto und Ringstraße (Route 1) sind die effizienteste Möglichkeit, Islands Küstenpunkte zu erreichen. Die Südküste (Reynisfjara, Diamond Beach, Skaftafell) ist die dichteste Sehenswürdigkeitsroute.

Auf der Karte erkunden

Alle isländischen Küstenpunkte — von Reynisfjara bis zu den Westfjorden — sind auf der interaktiven Karte eingetragen. Island im Kartenfilter zeigt die dramatische Ringstraßen-Küstenlinie.